1839 bis 1989

1839 bis 1989

Auch die Straßenbeleuchtung in Langensalza hat ihre eigene Geschichte. Lange bevor man die Elektrizität einführte, erhellte sie die Straßen in der Stadt. Bis 1838 gab es keine Straßenbeleuchtung. Wer nachts durch die Straßen der Stadt spazieren wollte, musste seinen Weg mit einer Kerze oder Öllampe, später einer Pertroleumfunzel erhellen. Wie schon in der Geschichte der Gasversorgung erwähnt, beschloss die damalige Stadtverwaltung 1839 die Installation einer Straßenbeleuchtung mit Ölleuchten. 1859 erfolgte die Einführung einer Gasstraßenbeleuchtung. Durch die Erfindung des Glühstrumpfes wurde eine wesentliche Verbesserung der Leuchtkraft erzielt. Seltene Erdoxide bedecken die Oberfläche eines strumpfähnlichen Gaskolbens. Dieser "Glühstrumpf" wurde durch eine Gasflamme erhitzt und strahlte dadurch ein intensiv helles Licht aus. Konkurrenz bekam diese Beleuchtungsart mit Entwicklung der elektrischen Glühlampe. 1854 erfand H. Goebel in Berlin die Kohlenfaden-Glühlampe. Er beleuchtete damit lediglich sein Geschäft, erwarb kein Patent und niemand wollte zu dieser Zeit die Erfindung verwerten. Der Amerikaner Edison machte die selbe Erfindung noch einmal. Diesmal mit Erfolg. Lodygin entwickelte 1890 eine Metallfadenlampe aus Wolfram, die jedoch, eine kurze Lebensdauer hatte. Carl Auer von Welsbach verbesserte diese im Jahre 1900 durch einen technischen Kniff Er drehte den Wolframfaden zu einer Wendelspirale. Die so entstandene Wendelfaden-Glühlampe wurde bald zum unentbehrlichen Teil eines jeden Haushaltes.

Beim Vertragsabschluß mit der Fa. Weiß & Söhne und der Stadtverwaltung begann 1896 auch der Bau einer elektrischen Straßenbeleuchtung, die von der Fa. Weiß (laut § 15 des Vertrages) nach genauen Angaben der Stadt kostenlos zu errichten und zu warten war. Des weiteren wurden in diesem Vertrag die Lampenanzahl pro Straßenlänge sowie deren Heiligkeit von mindestens 16 "Normalkerzen" pro Lampe festgelegt. Eine Normalkerze war die damalige Maßeinheit der Lichtstärke. Bemessen wurde, so z.B. in Deutschland, die 40 mm hohe Flamme einer mit Amylazetat gespeisten Lampe (Hefnerkerze). Die freiwerdende Lichtenergie entspricht einer Normalkerze, das wären heute 0,5 Watt. 1909 waren 130 Abendlaternen und 91 Richtungslaternen in Betrieb. Die Lampen brannten in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März täglich bis 9:00 Uhr abends. Erst zögerlich aber dennoch unaufhaltsam löste die "pflegeleichtere" elektrische Straßenbeleuchtung die Gasstraßenbeleuchtung ab. am 21. Juni 1957 wurde auf der konstituierenden Sitzung des Stadtparlamentes u. a. beschlossen, die Straßenbeleuchtung schrittweise auf elektrische Beleuchtung umzustellen. Die Ausführung der elektrischen Straßenbeleuchtung hatte sich mehrmals durch technische Weiterentwicklung geändert. Nach Kriegsende wurde die städtische Straßenbeleuchtung von der hiesigen Stadtwirtschaft betreut. In dieser zeit wurde gemeinsam mit der Stromnetzverkabelung das Straßenbeleuchtungsnetz auf über 1000 Lichtpunkte ausgebaut. Mit viel Organisationsgeschick und handwerklichen Einzelleistungen wurden u. a. in der Marktstraße und auf dem Neumarkt die Leuchten dem historischen Stadtbild angepasst. Fast das gesamte Beleuchtungsnetz war schon mit elektrischen Gasentladungslampen ausgerüstet. Die gute alte Auersche Glühlampe hat heute in der Straßenbeleuchtung nur noch Museumswert. In den letzten Jahren werden in Langensalza ausschließlich Natriumdampflampen installiert, die die zugeführte elektrische Energie wirkungsvoll in Lichtenergie umwandeln. Zusatzgeräte und eine moderne Steuerung ermöglichen eine Leistungsabsenkung, die in den Tiefnachtzeiten eine zusätzliche Energieeinsparung ermöglichen. Durch artenreiche und dem Stadtbild entsprechende Leuchten geben sie mancher Straße ein besonderes Aussehen.

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